Anthropic droht milliardenverlust: rechtsstreit mit pentagon verschärft sich

Die KI-Firma anthropic kämpft um ihre Zukunft. Das Unternehmen befürchtet, dieses Jahr Milliardenumsätze zu verlieren, nachdem das US-Verteidigungsministerium es als Risiko für die US-amerikanische Lieferkette eingestuft hat. Ein Rechtsstreit mit dem Pentagon um die Nutzung ihrer Technologie für Überwachung und autonome Waffen spitzt sich zu.

Kunden ziehen sich zurück, investoren äußern bedenken

anthropic hat vor Gericht um Eilbehandlung gebeten, nachdem das Verteidigungsministerium die Firma als potenzielles Risiko eingestuft hatte. Dies löste eine Welle der Besorgnis bei Kunden aus. Mehr als 100 Unternehmen haben ihre Zusammenarbeit mit anthropic überprüft, darunter eine Finanzdienstleistungsfirma, die einen geplanten 50-Millionen-Dollar-Vertrag aussetzte. Eine Pharmafirma kürzte die Laufzeit ihres Vertrags um zehn Monate. Ein Fintech-Unternehmen reduzierte seinen Vertrag von 10 Millionen auf 5 Millionen Dollar, explizit aufgrund der Probleme mit dem US-Regierung.

Laut dem Finanzchef von anthropic könnten die Umsatzeinbußen für 2026 zwischen mehreren hundert und tausend Millionen Dollar liegen. Die Firma wirft dem US-Regierung vor, sie aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zu benachteiligen, was prinzipielle Fragen für alle Auftragnehmer aufwirft, deren Ansichten der Regierung missfallen.

Unterstützung aus der tech-branche

Unterstützung aus der tech-branche

Die Kontroverse hat breite Unterstützung aus der Technologiebranche hervorgerufen. Wissenschaftler und Forscher von OpenAI und Google haben in einem gemeinsamen Brief die Position von anthropic verteidigt und betont, dass autonome Waffensysteme und Massenüberwachung nicht sicher oder verantwortungsvoll seien. Microsoft, ein wichtiger Investor in Anthropic und auch in OpenAI, forderte ebenfalls ein vorläufiges Stoppsignal für die Maßnahmen der Regierung, da diese laufende Aufträge des Verteidigungsministeriums gefährden könnten.

Die US-Regierung weicht von ihrer Haltung ab. James Harlow, Anwalt des Justizministeriums, lehnte eine Zusicherung ab, dass keine Repressalien gegen Anthropic ergriffen würden, bevor die nächste Anhörung stattfindet. Die Anhörung wurde vom 3. April auf den 24. März vorgezogen. Die Klage zielt darauf ab, die Einstufung als Lieferkettenrisiko aufzuheben und die betroffenen Direktiven außer Kraft zu setzen.

Dario Amodei, CEO von Anthropic, bezeichnete die Maßnahmen der Regierung als „rechtlich schwach“ und betonte, dass das Unternehmen keine andere Wahl habe, als vor Gericht zu klagen. Die Klage ist ein deutliches Zeichen, wie die zunehmende Regulierung der Künstlichen Intelligenz die Zukunft ganzer Industrien prägen wird.