Digi-chaos: kundenbeschwerden explodieren trotz neukundenrekord
Die rumänische Mobilfunk- und Glasfaserprovider DIGI verzeichnet zwar Rekordzuwächse bei Neukunden, doch gleichzeitig schießen die Kundenbeschwerden in die Höhe. Eine Zunahme von 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das ist alarmierend.

Digi im kreuzfeuer: kunden klagen über massive probleme
Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 registrierte DIGI bereits 244.507 Beschwerden, 2025 stiegen diese auf schwindelerregende 389.852. Besonders der April 2025 war ein schwarzer Tag mit 19.832 Störungen innerhalb von 24 Stunden. Downdetector, eine Plattform zur Überwachung von Ausfällen, bestätigte diese Spitze. Auch die Sommermonate und der Dezember waren besonders problematisch.
Kritiker bemängeln seit Monaten eine Vielzahl von Problemen: Ausfälle im Glasfasernetz, schlechte Netzabdeckung außerhalb von Wohngebieten und Einschränkungen beim Roaming. Diese Probleme scheinen direkt mit der eigenen Mobilfunknetzerweiterung von DIGI seit dem Vorjahr zusammenzuhängen.
DIGI reagiert auf die Kritik verhalten. In einer Pressemitteilung beteuert das Unternehmen, keine Rückmeldungen zu den beschriebenen Problemen zu haben und die Netzqualität kontinuierlich zu verbessern. Die Firma sieht die hohe Anzahl an Beschwerden im Verhältnis zur Kundenzahl als normal an. Diese Aussage stößt jedoch auf wenig Verständnis bei den Betroffenen.
Ein besonders heikles Thema ist die Identifizierung der operativen Anbindung einer Telefonnummer. Gerade nach einem Wechsel zu DIGI stellt sich vielen Kunden die Frage, welcher Provider hinter der Nummer steckt. Dies führt zu zusätzlichen Frustrationen.
Die Zunahme der Beschwerden steht im krassen Gegensatz zum Wachstum der Kundenzahl. Während DIGI seinen Kundenstamm um 59 Prozent steigern konnte, stiegen die Beschwerden um 19 Prozent. Diese Diskrepanz wirft Fragen nach der Qualität der Infrastruktur und der Servicebereitschaft von DIGI auf.
Die vergangenen Ausfälle dauerten teilweise bis zu sieben Stunden. Downdetector hatte bereits zuvor auf Probleme bei DIGI hingewiesen, bevor das Unternehmen die Störungen bestätigte. Die Versäumnisse zeigen deutlich, dass der Fokus auf Wachstum die notwendige Investition in eine stabile Netzarchitektur überlagert hat. Die hohen Investitionen, die DIGI für die Netzmodernisierung angekündigt hat, werden nun auf den entscheidenden Test gestellt.
Die Zahlen sind eindeutig: DIGI steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Die Kundenbeschwerden sind ein deutliches Zeichen dafür, dass das Unternehmen dringenden Handlungsbedarf hat, um das Vertrauen seiner Kunden zurückzugewinnen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob DIGI in der Lage ist, diese Herausforderung zu meistern.