Energiepreise explodieren: krieg im nahen osten verschärft die lage
Die steigenden Energiepreise treiben
die Inflation an und zwingen Zentralbanken weltweit zu Zinserhöhungen. Doch die aktuelle Entwicklung, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten und die daraus resultierende Energieverknappung, verschärft die ohnehin angespannte Lage deutlich.Bce und fed vor schwierigen entscheidungen
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) stehen vor ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung. Beide Institutionen versuchen, die Inflation einzudämmen, stehen aber vor einer Zerreißprobe. Die Fed muss am 18. März Entscheidungen treffen, die unter normalen Umständen eine Zinssenkung nach einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht nahelegen würden. Experten erwarten jedoch keine Änderungen.
Die EZB folgt am darauffolgenden Tag, befindet sich aber in einer anderen Ausgangslage. Während die Fed mit einem Leitzins von 5,25 % operiert, liegt die EZB bei 3,75 %. Dies gibt EZB-Präsidentin Christine Lagarde etwas Spielraum für eine weitere Zinserhöhung, wie sie von den hawharden Mitgliedern des Rates gefordert wird.
Die Fehler der Vergangenheit, insbesondere die zögerliche Reaktion auf die Inflation im Jahr 2022, wie sie beispielsweise die EZB zeigte, sind ein Mahnmal. Während die Reaktion auf den Ukraine-Krieg zwar schnell erfolgte, war sie zu spät. Die EZB und die Fed haben aus dieser Erfahrung gelernt, doch die aktuelle Situation ist anders. Die massive Liquidität, die während der Pandemie geschaffen wurde, ist nicht mehr vorhanden, was die Auswirkungen der Energiekrise verstärken könnte.
Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, insbesondere der Blockade des Schatt Meinde durch Houthi-Kämpfer, könnte die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. Experten wie Ronald Temple von Lazard warnen vor einem möglichen Preisschock, der die Ölversorgung sogar die der Golfkriege von 2003 und 1991 übertreffen könnte. Die Preise für Rohöl und Gas sind in den letzten Wochen um 50 bis 100 Prozent gestiegen. Die Verbraucher spüren die Auswirkungen sofort – die Preise für Benzin, Diesel und Strom sind rapide gestiegen.
Saudi-Arabien versucht, die Lücke zu füllen, indem es seine Exportkapazitäten über Pipelines in Richtung Roten Meer erhöht. Allerdings sind rund 20 bis 30 Prozent der globalen Versorgung gefährdet. Die Situation ist volatil, und die nächsten Monate werden zeigen, ob sich die Energiepreise beruhigen oder weiter steigen.
Die Geschichte wiederholt sich oft, aber selten genau gleich. Die Schnelligkeit und Intensität des aktuellen Preisanstiegs erinnern an die Energiekrise der 1970er Jahre, die die Weltwirtschaft nachhaltig erschütterte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob wir uns auf eine ähnliche Entwicklung einstellen müssen. Die Frage ist, ob die Zentralbanken die richtige Balance finden können, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Die Antwort wird entscheidend sein.