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Europäische verteidigung: satelliten-projekt für den weltraum nimmt fahrt auf

Ein Konsortium aus 17 europäischen Unternehmen hat einen Auftrag über 15,65 Millionen Euro von der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) erhalten. Ziel ist der Entwurf eines militärischen Satelliten, der speziell für die sogenannte Very Low Earth Orbit (VLEO) optimiert ist – eine Region des Weltraums, die bisher wenig beachtet wurde, jetzt aber strategische Bedeutung gewinnt.

Die herausforderung der extremen umlaufbahn

Die herausforderung der extremen umlaufbahn

Die VLEO, zwischen 150 und 350 Kilometern über der Erdoberfläche gelegen, bietet zwar Vorteile wie schärfere Bilder für Erdbeobachtungssatelliten und geringere Latenzzeiten für Kommunikationssatelliten. Doch die Betriebserlaubnis in dieser Höhe ist alles andere als einfach. Die atmosphärische Reibung erfordert einen ständigen Schub, um die Höhe zu halten, was die Lebensdauer des Satelliten erheblich verkürzt. Das Projekt VLEO-DEF, geleitet von der spanischen Firma Sener, soll diese technischen Hürden überwinden und den Weg für neue militärische Anwendungen ebnen.

Neben Sener arbeiten Demos, Airbus Defence and Space und Satlantis aus Spanien, Thales Alenia Space aus Frankreich, Geosat und Omnidea aus Portugal, sowie diverse Unternehmen aus Luxemburg, Slowenien und eben auch Spanien an dem 36-Monate-Projekt. Die Finanzierung stammt aus den Etats von Spanien, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Slowenien – ein deutliches Zeichen für das wachsende Interesse an militärischen Anwendungen im Weltraum.

Die EDA baut auf frühere Forschungsergebnisse auf. Das Projekt VLEO-DEF setzt die Arbeiten des LEO2VLEO-Programms fort, welches bereits im Januar 2024 gestartet ist. Dieses 10-Millionen-Euro-Vorhaben, eine Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Österreich, zielt darauf ab, eine Konstellation von drei Satelliten zu entwickeln, die zwischen der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) und der VLEO manövrieren können – für kurzfristige Missionen und einen schnellen Rückkehr in die LEO. Damit sollen Krisensituationen schnell und effektiv überwacht werden können.

Die Entwicklung von Satelliten, die in der VLEO operieren und gleichzeitig autorreparierbar sind, könnte die europäische Verteidigungsstrategie grundlegend verändern. Es geht nicht nur um die Überwachung von Konflikten, sondern auch um die Sicherstellung der eigenen Kommunikations- und Aufklärungssysteme in einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld. Die Investition in diese Technologie ist ein klares Signal: Europa will seine Position im Weltraum sichern und seine militärischen Fähigkeiten stärken.

Die Zahl 15,65 Millionen Euro verdeutlicht die Ambitionen der europäischen Staaten im Bereich der Weltraumsicherheit. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die VLEO nicht länger als unzugänglich gilt, sondern als eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft der militärischen Raumfahrt.