Freepik überrascht: spanisches startup erobert ki-markt – doch europa bleibt im rennen zurück
Die globale KI-Revolution wird von US-amerikanischen und chinesischen Technologiegiganten dominiert. Doch inmitten dieser Konkurrenz gibt es einen überraschenden Aufstieg: Das spanische Unternehmen Freepik aus Málaga hat sich in der Rangliste der meistgenutzten Web-KI-Anwendungen weltweit einen beachtlichen Platz gesichert.

Freepik ist erste spanische firma im ki-ranking
Laut einem Bericht der Risikokapitalfirma A16Z (Andreessen Horowitz) belegt Freepik den 11. Platz im globalen Ranking der Web-KI-Apps. Dies ist ein bemerkenswerter Erfolg, da die meisten der gelisteten Plattformen von börsennotierten Unternehmen oder von Startups mit hohen Investitionen von großen US-amerikanischen und silicon valleybasierten Investoren stammen.
Der Aufstieg von Freepik ist das Ergebnis einer tiefgreifenden Transformation des Geschäftsmodells. Ursprünglich als Bilddatenbank für Designer gegründet, hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einer KI-gestützten Kreativplattform entwickelt. Nutzer können nun verschiedene KI-Modelle wie Kling, Sora, Nano Banana oder Grok nutzen, um visuelle Inhalte zu generieren und zu bearbeiten. Die Plattform bietet rund zwanzig verschiedene Werkzeuge zur Erstellung von Bildern und Videos und umfasst über 250 Millionen Stock-Grafiken.
Ein entscheidender Schritt war die Übernahme von Magnific AI im Jahr 2024, einer spanischen Bildbearbeitungs-App mit KI-Funktionen, die Freepik ermöglichte, sein Abonnementgeschäft auf über eine Million zahlender Nutzer auszubauen. Dabei generiert die Plattform monatlich über 175 Millionen Bilder und Videos, was auf eine beeindruckende Nutzerbasis von 100 Millionen monatlichen Besuchern hindeutet.
Doch während Freepik erfolgreich ist, zeichnet der Bericht ein düsteres Bild für europa. Von den Top 50 Web-KI-Anwendungen weltweit sind lediglich sechs europäische Unternehmen vertreten. Besonders deutlich wird dies im Top 20, wo Freepik und Openclaw (ursprünglich aus Österreich, nun von OpenAI übernommen) die einzigen europäischen Vertreter sind.
ChatGPT von OpenAI führt das Ranking weiterhin an. Der KI-Assistent wird als das größte Konsumprodukt im Bereich KI bezeichnet und verzeichnete im vergangenen Jahr einen Nutzerzuwachs von 500 Millionen auf 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Das bedeutet, dass über 10 % der Weltbevölkerung ChatGPT jede Woche nutzt. Freepik, mit seinen über 100 Millionen monatlichen Besuchern, positioniert sich in diesem dominierenden Ökosystem als überraschend starker Akteur.
Die Entwicklung zeigt, dass der Wandel von einer reinen Bilddatenbank zu einer umfassenden KI-Plattform ein entscheidender Schritt für Freepik war. Die Strategie, verschiedene KI-Modelle zu integrieren und ein breites Spektrum an kreativen Werkzeugen anzubieten, hat sich offenbar ausgezahlt. Die Übernahme von Magnific AI war dabei ein wichtiger Katalysator für diesen Erfolg.
Freepik steht nun vor der Herausforderung, seinen Wachstumskurs fortzusetzen und sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu behaupten. Die europäischen Unternehmen müssen sich fragen, wie sie mit den dominanten Kräften aus den USA und China mithalten können. Die Antwort liegt wahrscheinlich in Innovation und Spezialisierung – und vielleicht auch in einer stärkeren staatlichen Förderung der KI-Forschung.
Die Tatsache, dass ein Unternehmen aus Málaga es in die Top 11 geschafft hat, ist ein Zeichen für das Potenzial des europäischen KI-Sektors. Es ist ein Beweis dafür, dass auch außerhalb der Silicon Valley bahnbrechende Innovationen entstehen können.
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