Heißer hype oder neue küche? experte testet airfryer – fazit

Die Airfryer-Revolution hat die Küchenwelt im Sturm erobert: Doch ist das Gerät wirklich so vielversprechend, wie versprochen? Profi-Koch José María Borrás setzt dem Hype ein Paukenschlag entgegen – mit einem realistischen Blick auf Vor- und Nachteile.

Airfryer: mehr als nur ein trend

Airfryer: mehr als nur ein trend

„Wenn Sie ihn verstehen, ist die Heißluftfritteuse wirklich praktisch“, erklärt der renommierte Koch. Die Geräte sind längst nicht mehr nur ein kurzlebiger Modetrend, sondern können eine wertvolle Ergänzung für eine anspruchsvolle Küche sein. Doch Borrás warnt davor, realistische Erwartungen zu haben.

Der Experte betont, dass eine Airfryer kein Alleskönner ist. Vielmehr handelt es sich um einen kleinen Konvektionsofen, der mit heißer Luft Lebensmittel knusprig braten kann – allerdings nicht im klassischen Sinne einer Fritteuse. Die Ergebnisse sind anders, die Garzeiten kürzer, aber der Geschmack unterscheidet sich deutlich.

Die richtige Wahl des Geräts ist entscheidend. Borrás rät von der Größe oder cleveren Programmen ab. Viel wichtiger sind die technische Basis: Eine hohe Leistung von mindestens 1.700 Watt, eine präzise Temperaturregelung und ein gleichmäßiger Luftstrom. Nur so lassen sich zuverlässig knusprige Ergebnisse erzielen.

Auch beim Umgang mit der Geräte gibt es wichtige Tipps. Das Vorheizen, das Vermeiden von Überfüllung und das gelegentliche Wenden der Speisen sind entscheidend für ein optimales Ergebnis. Und: Weniger ist manchmal mehr – ein Hauch von Öl genügt oft, um den gewünschten Bräunungseffekt zu erzielen. Die Temperatur und die Garzeit sollten immer an das jeweilige Gericht angepasst werden. Eine gute Grundlage sowie Experimentierfreude sind der Schlüssel zum Erfolg.

Borrás sieht die Airfryer nicht als Ersatz für Herd, Pfanne oder Backofen, sondern als vielseitige Ergänzung. Er selbst nutzt das Gerät sowohl in der Küche als auch im professionellen Umfeld, um beispielsweise Gemüse knusprig zu braten oder kleine Portionen zu grillen. Seine Erfahrung zeigt, dass man mit etwas Übung und dem richtigen Ansatz viel erreichen kann.

Der 26-jährige Koch aus Menorca, der in der S.Pellegrino Young Chef Academy den zweiten Platz belegte, legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und die Verwendung regionaler Produkte. Er sucht die erste Michelin-Stern für seine Küche und setzt dabei auf eine einfache, aber geschmackvolle Zubereitung. Für ihn ist die Airfryer ein Werkzeug, um diese Philosophie zu unterstützen – ohne Kompromisse beim Geschmack.

Doch die Technologie kann nicht alles ersetzen. Arzt Manuel Viso entlarvt die Wunderwirkung der Airfryer: „Sie verwandeln keine Abfälle in Brokkoli.“ Trotzdem hat das Gerät in den letzten Jahren eine enorme Popularität erlangt – und das aus gutem Grund. Es bietet eine gesündere Alternative zum Frittieren, spart Energie und ermöglicht eine größere Vielfalt an Zubereitungsarten. Die Airfryer ist mehr als ein kurzlebiger Hype – sie könnte sich dauerhaft in vielen Küchen etablieren.

Die Airfryer ist kein Allheilmittel, aber ein Werkzeug, das mit Know-how und Geduld zu überraschenden Ergebnissen führen kann. Und die zahlreichen Variationen auf dem Markt zeigen, dass die Technologie noch lange nicht ausgereift ist. Der Markt wird sich weiterentwickeln, und mit ihm auch die Möglichkeiten der Heißluftfritteuse.

Die Airfryer ist mehr als ein Gadget. Sie ist ein Zeichen für eine veränderte Küchenkultur – eine, in der Gesundheit und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden. Und das ist mehr als nur ein Trend.