Jpmorgan warnt vor s&p 500-korrektur: ölpreise als katalysator

Die S&P 500 könnte nach ihrem jüngsten Höchststand erneut einbrechen. Die Gefahr lauert in der anhaltenden Eskalation des Konflikts im Iran, wie die Investmentbank JPMorgan Now alerta. Ein längerer Krieg könnte den Index um bis zu 10 % zurückwerfen.

Jpmorgan sieht risiken durch eskalation im nahen osten

Jpmorgan sieht risiken durch eskalation im nahen osten

Die Einschätzung der Finanzinstitution basiert auf der Befürchtung, dass die Produktionskürzungen im Ölsektor die Ölpreise weiter in die Höhe treiben werden. JPMorgan prognostiziert sogar einen Anstieg auf 120 Dollar pro Barrel, nachdem die Preise bereits nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wieder gestiegen sind. Die Bank sieht ein deutliches Muster: Angriffe auf kritische Infrastruktur, insbesondere Ölanlagen, sind zu einer neuen Realität geworden.

Morgan Stanley teilt eine vorsichtige, aber etwas optimistischere Sicht. Der Investmentchef Mike Wilson hält trotz der Risiken an seiner positiven Einschätzung für die kommenden Monate fest. Er sieht den Markt in einer "rotierenden Korrektur", die sich dem Ende zuneigt. Der einzige Faktor, der diese Prognose gefährden könnte, ist ein anhaltend hoher Ölpreis.

„Wir beobachten eine klare Eskalation mit Angriffen auf Öl-Infrastruktur auf beiden Seiten“, schreibt die Trading-Abteilung von JPMorgan. „Das Präzedenzfall für Angriffe auf Öl-Infrastruktur hat offiziell begonnen, und wir glauben, dass der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise erst der Anfang ist.“

Die Trading-Abteilung von JPMorgan sieht ein mögliches Absinken des S&P 500 auf 6.720 Punkte – eine Korrektur von rund 10 % seit dem bisherigen Höchststand. Diese Entwicklung könnte Anleger dazu veranlassen, ihre Positionen zu überdenken und sich gegen weitere Marktrisiken abzusichern.

Morgan Stanley erwartet kurzfristige Schwankungen, sieht aber darin eine Chance für Zuwächse in zyklischen Sektoren wie Finanzdienstleistungen, Konsumgüter und Industrie. Die Bank betont, dass die Robustheit der Unternehmensgewinne eine wichtige Stütze für den Markt bleibt. Doch die Entwicklung der Ölpreise wird weiterhin genau beobachtet.

Die Meldung unterstreicht die hohe Volatilität der Märkte und die ständige Bedrohung durch geopolitische Risiken. Die Frage ist nicht, ob es weitere Schocks geben wird, sondern wann sie kommen – und wie stark sie ausfallen.

Der Ölpreis hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine fast fünf Monate gebraucht, um von über 125 Dollar auf unter 100 Dollar zu fallen. Diese Entwicklung zeigt die Anfälligkeit der Märkte für unvorhergesehene Ereignisse.

Die Warning von JPMorgan ist ein Weckruf. Die Anlageprofis raten zu Vorsicht und einer Anpassung der Strategien. Die nächste Woche wird zeigen, ob die Einschätzung der Bank zutrifft – und ob die Märkte in der Lage sind, mit den neuen Herausforderungen umzugehen.