Linux-kern: torvalds setzt auf rust – das ende einer ära für c?

Linus Torvalds, der Schöpfer von Linux, hat einen historischen Schritt vollzogen: Mit Version 7.0 wurde die Unterstützung für die Programmiersprache Rust im Linux-Kernel endgültig freigegeben. Dabei geht es nicht nur um eine Versionsnummer, sondern um eine tiefgreifende Veränderung, die das Fundament des Betriebssystems neu gestaltet.

Rust ersetzt c im linux-kern

Rust ersetzt c im linux-kern

Nach über drei Jahrzehnten, in denen der Kernel fast ausschließlich in c geschrieben wurde – einer Sprache, die zwar mächtig, aber anfällig für Sicherheitslücken ist – setzt Linux nun auf Rust. Die Tests, die vor etwa drei Jahren begannen, sind abgeschlossen. Rust verspricht eine deutlich höhere Sicherheit, indem es Speicherfehler effektiv verhindert. Diese Art von Fehlern ist für rund 70 % der schwerwiegenden Sicherheitsvorfälle verantwortlich.

Der Parche, der diese Phase symbolisch abschließt, stammt von Miguel Ojeda, einem spanischen Ingenieur, der seit Jahren maßgeblich an der Integration von Rust in den Linux-Kernel arbeitet. Er ist aktuell der einzige Hauptverantwortliche für Rust for Linux, nachdem andere wichtige Akteure wie Wedson Almeida Filho (2023) und Alex Gaynor das Projekt verlassen haben.

Die Entscheidung von Torvalds ist auch eine Antwort auf den wachsenden Druck von Unternehmen wie Google und Microsoft, die auf eine verbesserte Sicherheit ihres Betriebssystems setzen. Diese Unternehmen sind stark von der Stabilität und Sicherheit des Kernels abhängig, und die Reduzierung von Sicherheitslücken ist für ihre Infrastruktur von entscheidender Bedeutung.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht der gesamte Code des Linux-Kernels auf Rust umgeschrieben wird. Millionen von Zeilen Code in c werden weiterhin funktionieren und auch weiterhin unterstützt werden. Die Strategie sieht vor, dass zukünftige Entwicklungen bevorzugt in Rust erfolgen.

Rust gewinnt zunehmend an Bedeutung, nicht nur im Linux-Bereich. Große Technologieunternehmen wie Google, Meta, Microsoft, ARM, AWS und Huawei unterstützen die Entwicklung und Förderung der Sprache über die Rust Foundation. Die Sprache zeichnet sich durch Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität aus und wird bereits für eine wachsende Anzahl neuer Projekte verwendet. Statistiken zeigen, dass ein Viertel bis ein Drittel des neuen Codes auf PyPI (der Python Package Index) mit Rust geschrieben wird – eine beeindruckende Entwicklung.

Die Ablehnung von Windows 11 in Europa beschleunigt zudem die Suche nach alternativen Betriebssystemen, die auf Open-Source-Prinzipien basieren. Diese Entwicklung könnte Rust in Zukunft noch weiter vorantreiben. Der Umstieg auf Open-Source-Software ist mehr als nur eine politische Entscheidung: Er ist eine strategische Maßnahme zur Sicherung der digitalen Souveränität.

Die Entscheidung für Rust ist ein klares Zeichen dafür, dass Sicherheit und Stabilität im Vordergrund stehen. Linus Torvalds hat damit nicht nur eine Programmiersprache gewählt, sondern eine Richtung für die Zukunft des Linux-Kernels aufgezeigt. Und diese Zukunft sieht vielversprechend aus.