Oracle: ki-goldrausch befeuert rekordumsätze – aber zu welchem preis?
Die Aktie von Oracle schoss nach der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse in die Höhe, doch hinter dem glänzenden Ergebnis verbirgt sich eine massive Investitionsoffensive, die Anlegern Sorgen bereitet. Oracle hat die Erwartungen übertroffen und deutet eine rasante Monetarisierung seiner KI-Kapazitäten an, doch die Frage ist, ob das Unternehmen die Kosten in den Griff bekommt.
Cloud-infrastruktur boomt: openai und meta als wachstumstreiber
Der Umsatz im Bereich Cloud-Infrastruktur explodierte um stolze 84 Prozent und erreichte 4,9 Milliarden Dollar. Das ist ein deutlicher Schub gegenüber den bereits starken 68 Prozent des Vorquartals und übertrifft die Prognosen der Analysten um fast sechs Prozentpunkte. Die Orderbücher sind prall gefüllt, insbesondere dank lukrativer Verträge mit Giganten wie OpenAI und Meta Platforms, die Oracle's Rechenzentren für das Training und den Betrieb ihrer KI-Modelle nutzen. Die sogenannte „Remaining Performance Obligation“ (RPO), ein Indikator für zukünftige Umsätze, stieg auf 553 Milliarden Dollar – ein klarer Beleg für die anhaltende Nachfrage.
Oracle rechnet für das gesamte Geschäftsjahr, das im Juni beginnt, mit einem Umsatz von 90 Milliarden Dollar, was die Schätzungen der Analysten um 3,3 Milliarden Dollar übertrifft. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Oracle ist auf dem besten Weg, von der KI-Euphorie massiv zu profitieren. Aber es gibt einen Haken: Die enorme Nachfrage erfordert massive Investitionen in neue Rechenzentren.

Kapitalausgaben explodieren – eine tickende zeitbombe?
Die Kapitalausgaben, ein Indikator für Investitionen in Rechenzentren, stiegen im vergangenen Quartal auf 18,6 Milliarden Dollar, deutlich über den erwarteten 14 Milliarden Dollar. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Oracle in den Ausbau seiner Infrastruktur investiert, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Das Problem: Diese hohen Investitionen belasten die Gewinnmargen und haben in der Vergangenheit zu Bedenken bei den Anlegern geführt, die sich fragen, ob Oracle die Kosten wirklich kontrollieren kann. Der Aktienkurs hatte bereits vor der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse stark gelitten, da die Sorgen über die Logistik und die hohen Kosten für den Bau der Rechenzentren zunahmen.
Der Kurs erholte sich zwar im After-Hours-Handel um rund sieben Prozent, doch die langfristige Entwicklung wird davon abhängen, ob Oracle seine Profitabilität trotz der hohen Investitionen aufrechterhalten kann. Die Zahlen zeigen, dass Oracle den KI-Zug nicht verpassen will, aber der Weg zum Erfolg könnte kostspieliger werden als erwartet.