Ram-preise explodieren: ki treibt chip-krise an – und was das für sie bedeutet
Die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) steigen seit Monaten. Lange Zeit wurde die künstliche Intelligenz (KI) als Hauptverursacher genannt. Doch die Realität ist komplexer. Eine Analyse von TrendForce zeigt, dass eine strukturelle Verschiebung des Marktverhaltens der eigentliche Grund für die aktuelle Krise ist.
Drei giganten kontrollieren den markt
Samsung, SK Hynix und Micron dominieren die weltweite Produktion von DRAM, dem wichtigsten Arbeitsspeicher-Typ. Diese drei Unternehmen haben beschlossen, ihre wertvollsten Wafer nicht mehr für den Verkauf an PC-Hersteller, sondern für Datenzentren zu nutzen. Das Ergebnis: Ein Engpass auf dem Markt für Konsumentenprodukte.
Der Anstieg der Nachfrage nach KI-Anwendungen wie ChatGPT und Nvidia-Chips hat die Situation verschärft. Datenzentren benötigen große Mengen an High-Bandwidth-Memory (HBM), einer speziellen DRAM-Variante. HBM und DDR5 (der Nachfolger von DDR4) konkurrieren um die gleichen Siliziumwafer. Jeder Wafer, der für HBM verwendet wird, kann nicht für DDR5-Module für PCs produziert werden. Die lukrativeren Verträge der Datenzentren haben die Hersteller dazu verleitet, ihre Prioritäten zu verschieben. Der Preis für DDR5-Module für den Endverbraucher ist in einigen Segmenten bereits um das Doppelte gestiegen.

Auswirkungen reichen über pcs hinaus
Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf den Desktop-Bereich. Auch die GDDR6-Speicher für Grafikkarten, die LPDDR-Speicher in Smartphones und die SSDs auf Basis von NAND-Flash-Speicher erleben eine Preissteigerung. Dell hat bereits Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent angekündigt, Lenovo und HP warnen vor weiteren Erhöhungen im zweiten Halbjahr 2026. Besonders betroffen sind Einstiegsmodelle: Smartphones erhalten weiterhin nur 4 GB RAM, und preiswerte Laptops bleiben auf 8 GB beschränkt. Die Entwicklung von KI auf dem Gerät wird dadurch gebremst.
Die Lösung liegt in einer höheren Produktionskapazität. Micron hat eine Investition von 10 Milliarden US-Dollar in eine neue Fabrik in Japan getätigt, deren Produktion jedoch voraussichtlich erst Mitte 2028 beginnt. Auch Samsung und SK Hynix planen Expansionsmaßnahmen, doch der Bau neuer Halbleiterfabriken dauert lange. Kurzfristig könnte eine Reduzierung der Investitionen in die KI-Infrastruktur den Druck auf den Markt verringern – allerdings ist dies derzeit kaum zu erwarten. Solange Datenzentren weiterhin massiv in HBM investieren, haben die Hersteller keinen Anreiz, Kapazitäten für den Konsummarkt freizugeben. Der Preis für RAM wird sich voraussichtlich mindestens bis zur Inbetriebnahme neuer Produktionsanlagen erhöhen.
Die Konsequenz? Nutzer, die RAM benötigen, zahlen einen höheren Preis. Und dieser Trend wird sich wahrscheinlich fortsetzen, bis die neuen Produktionsanlagen tatsächlich in Betrieb sind.
Die Investitionen in KI-Infrastruktur werden weiter steigen. Die Nachfrage nach HBM wird explodieren. Die Lieferzeiten für RAM werden sich verlängern. Die Preise werden weiter steigen. Das ist die bittere Wahrheit für alle, die sich ein neues Gerät zulegen wollen.
Die Industrie hat sich auf die Seite der großen Datenzentren geschlagen. Die Folgen für den Privatanwender sind verheerend. Die Entwicklung von KI-Anwendungen wird sich verlangsamen. Die Zukunft der digitalen Welt ist teurer, langsamer und weniger zugänglich als gedacht.
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