Sms-blaster-angriffe: google messages verstärkt schutz vor phishing

Google Messages verschärft den Schutz vor SMS-Phishing-Angriffen. Eine neue Sicherheitsfunktion soll Nutzer vor einer heimlichen Bedrohung schützen, die über sogenannte SMS-Blaster gestartet wird.

Sms-blaster: so funktioniert der angriff

Sms-blaster: so funktioniert der angriff

SMS-Blaster sind mobile Geräte, die sich als legitime Mobilfunkmasten tarnen. Sie senden ein falsches 4G-Signal aus und zwingen nahegelegene Geräte, sich mit ihnen zu verbinden. Dies ermöglicht es Angreifern, die Verbindung auf ein schwächeres 2G-Netzwerk herabzusetzen – eine Schwachstelle, die für Phishing-Attacken leichter auszunutzen ist.

Das Problem: Durch die Verbindung mit dem 2G-Netzwerk umgehen die Geräte Spamfilter, die in Apps wie Google Messages implementiert sind. Die Angreifer können dann gefälschte Nachrichten versenden, die wie legitime Nachrichten aussehen.

Ein aktueller Vorfall in Bangkok zeigt die potenziell hohe Schadenswirkung: Mehr als 100.000 Nachrichten pro Stunde wurden versendet. Der gesamte Prozess – von der Verbindung zum gefälschten 4G-Netzwerk über den Downgrade auf 2G bis zum Senden der SMS – dauert nur wenige Sekunden.

Google hat in einem Beta-Build von Messages die Codezeile „enable_sms_blaster_protection“ entdeckt. Diese deutet auf eine bevorstehende Sicherheitsmaßnahme hin. Bislang bietet die App zwar bereits eine „Scam Detection“ an, die betrügerische Nachrichten anhand von künstlicher Intelligenz erkennt, doch diese neue Funktion zielt direkt auf die zugrunde liegende Angriffsmethode ab.

Bis eine dedizierte Schutzfunktion verfügbar ist, bleibt den Nutzern nur die Möglichkeit, den 2G-Modus auf ihren Smartphones zu deaktivieren. Auf Android-Geräten kann dies über den „Erweiterten Schutzmodus“ erfolgen. iOS-Nutzer können stattdessen den „Lockdown Mode“ aktivieren, der ebenfalls die 2G-Verbindung unterbindet.

Die Geschwindigkeit und die Umgehung von Spamfiltern machen SMS-Blaster zu einer ernsthaften Bedrohung. Die Reaktion von Google ist ein notwendiger Schritt, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten, doch die Gefahr bleibt bestehen.

Die Tatsache, dass Angreifer mit relativ einfachen Mitteln und geringem Aufwand eine solche Schädenflut verursachen können, zeigt die Fragilität moderner Kommunikationsinfrastruktur.