Wealnets: ki-plattform vereint vermögen – und überrascht kunden

Nach Jahrzehnten in der Vermögensverwaltung haben Miguel Ángel Fernández und Eduardo Ferrín eine Lösung entwickelt, die den traditionellen Finanzmarkt auf den Kopf stellen könnte: Wealnets. Die Plattform integriert sämtliches Vermögen einer Person – von Immobilien über Kryptowährungen bis hin zu Unternehmensbeteiligungen – in einer digitalen Übersicht.

Ki-gestützte vermögensübersicht: mehr als nur eine übersicht

Die Idee hinter Wealnets entstand aus einem strukturellen Wandel in der Vermögensverwaltung. Die ältere Generation überträgt jährlich etwa 450 Milliarden Euro an jüngere, digitalaffine Menschen, die ihre Finanzen mobil verwalten wollen. Gleichzeitig eröffnet Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten, komplexe Prozesse zu vereinfachen. Die Kombination dieser Faktoren hat die Vermögensverwaltung grundlegend verändert.

Wealnets richtet sich zunächst an Menschen mit mittlerem bis hohem Vermögen, die ihre Finanzen bisher manuell oder fragmentiert verwalten. Doch auch Selbstständige, Unternehmer und Familien sollen von der Plattform profitieren. Der Fokus liegt auf einer einfachen Kontrolle der eigenen Werte.

Die Überraschung ihrer Kunden ist groß. „Manche Kunden sind überrascht, was sie alles besitzen, wenn unser Bewertungssystem den Marktwert aller Vermögenswerte ermittelt – sei es eine Uhr, ein Kunstwerk, Immobilien, Finanzanlagen oder Beteiligungen“, erklärt Eduardo Ferrín. Oftmals stellen sie fest, dass ihre Familie nicht einmal die Hälfte ihres Vermögens weiß, da es über verschiedene Konten und Dokumente verteilt ist.

Wealnets setzt auf künstliche Intelligenz, um potenzielle Probleme im Vermögen frühzeitig zu erkennen. Die KI analysiert beispielsweise eine übermäßige Konzentration auf Immobilien oder hohe Kreditraten und informiert den Nutzer darüber. Allerdings bietet die Plattform keine Finanzberatung an. „Wir entdecken mögliche Probleme, aktivieren Hebel, die dem Nutzer helfen, sich zu verbessern“, präzisiert Eduardo Ferrín.

Eine weitere Erkenntnis: Jüngere Generationen legen Wert auf unmittelbare Verfügbarkeit und sind weniger loyal gegenüber traditionellen Banken oder Vermögensverwaltern. Sie erwarten schnelle Ergebnisse, ähnlich wie in den sozialen Medien.

Für das kommende Jahr plant Wealnets den Start eines Marktplatzes für unabhängige Berater. Ziel ist es, die Verbindung zwischen KI-gesteuerter Analyse und menschlicher Expertise herzustellen. Derzeit liegt Spanien bei der Vermögensbildung auf Platz 20 von 50 Ländern. Wealnets will dies ändern.

Der Index des Unternehmens, der die finanzielle Gesundheit von Haushalten in 50 Schlüsselmärkten bewertet, zeigt, dass es in Spanien noch viel zu tun gibt. Die Daten zeigen, dass ein beachtlicher Teil des Vermögens in Vermögenswerte investiert ist, die nicht mit der Inflation Schritt halten – ein deutliches Zeichen für den Bedarf an finanzieller Bildung. Die Plattform will hier Abhilfe schaffen.

Wealnets setzt auf eine Strategie, die über das reine B2C hinausgeht. Das Unternehmen plant, auch kleinere und mittlere Vermögensverwalter anzusprechen, die ihre Kunden noch mit Excel verwalten. Die Entwicklung der KI-Technologie in der Vermögensverwaltung schreitet rasant voran: Bis 2027 wird erwartet, dass 99,6 % der Vermögensverwaltung mit künstlicher Intelligenz erfolgen wird. Wealnets positioniert sich als eine unabhängige Alternative in einem Markt, der sich durch Digitalisierung und Generationswechsel grundlegend verändert.

Die Nutzer wollen Kontrolle, ohne Komplikationen. Und das ist ein Anspruch, der in der aktuellen Finanzlandschaft noch nicht ausreichend erfüllt wird.