X muss sich in eu-verifikationsfrage neu justieren – 120 millionen euro drohen
Brüssel fordert von Elon Musks X, vormals Twitter, eine umfassende Neugestaltung seines Verifizierungssystems. Der Schritt folgt auf eine Strafe von 120 Millionen Euro durch die Europäische Kommission wegen möglicher irreführender Praktiken.

X muss verifizierungssystem in europa anpassen
Die Kommission betonte, dass X Lösungen für sein „Blue“-Abzeichen-System präsentieren müsse. Ein Sprecher der eu-Kommission, Thomas Régnier, erklärte, die vorgeschlagenen Maßnahmen würden sorgfältig geprüft. Details zu den Anpassungen für europäische Nutzer blieben zunächst unklar. Die US-amerikanische Social-Media-Plattform reagierte nicht auf eine Anfrage von Bloomberg.
Die Entscheidung der eu basiert auf der Annahme, dass die Einführung des kostenpflichtigen „Blue“-Abzeichens Nutzer dazu verleitet hat, zu glauben, dass verifizierte Konten automatisch vertrauenswürdig sind. Zuvor war das blaue Häkchen nur für Personen mit öffentlichem Interesse wie Journalisten und Prominente reserviert.
Diese Entwicklung ist Teil einer größeren Auseinandersetzung zwischen der eu und X. Neben der Verifizierung waren auch mangelnde Transparenz bei Werbung und die Weigerung, unabhängigen Forschern Zugriff auf öffentliche Daten zu gewähren, Kritikpunkte der Kommission.
X hatte zuvor Berufung gegen die Strafe eingelegt und muss entweder die 120 Millionen Euro zahlen oder eine finanzielle Sicherheit hinterlegen, bis zum 16. März. Die Eskalation der Lage hat zudem diplomatische Spannungen zwischen der eu und den USA ausgelöst. Kritiker in der Trump-Administration werfen der EU politische Verfolgung vor und haben Visabeschränkungen für EU-Beamt:innen verhängt. Thierry Breton, der europäische Digital-Kommissar, hatte sich seit langem mit Musk über die Einhaltung der Digital Services Act (DSA) gestritten.
Die Verurteilung von X durch die EU unterstreicht die wachsende Bedeutung der Regulierung von Online-Plattformen und die Herausforderungen, die sich aus der zunehmenden Macht großer Technologieunternehmen ergeben. Die Konsequenzen für die Zukunft der sozialen Medien könnten weitreichend sein.