Zombie zip: malware versteckt sich in vermeintlich harmlosen archiven
Eine neue Schadsoftware namens „Zombie ZIP“ ermöglicht es Angreifern, bösartigen Code innerhalb komprimierter Dateien zu verbergen – und das auf eine Weise, die selbst moderne Sicherheitssoftware überwinden kann. Die Methode, die von dem Sicherheitsexperten Chris Aziz von Bombadil Systems entdeckt wurde, zielt darauf ab, Antivirenprogramme zu täuschen, indem sie diese fälschlicherweise glauben lässt, dass die Datei unkomprimierte Daten enthält.

Antivirenprogramme blind gemacht
Die „Zombie ZIP“-Technik nutzt eine Schwachstelle in der Art und Weise, wie Antivirenprogramme komprimierte Dateien analysieren. Diese Programme prüfen typischerweise den Dateityp, um zu bestimmen, wie sie die Datei behandeln sollen. Im Falle von „Zombie ZIP“ wird dem Antivirenprogramm vorgelogen, dass es sich um unkomprimierte Daten handelt, obwohl die Datei tatsächlich mit dem üblichen ZIP-Verfahren komprimiert ist. Das Ergebnis: Das Antivirenprogramm ignoriert den bösartigen Code und gibt die Datei als harmlos frei.
Chris Aziz testete die Methode gegen 51 der am häufigsten verwendeten Virenscanner. Nur ein Programm erkannte, dass etwas nicht stimmte. Die anderen ließen die Datei passieren. Wer eine „Zombie ZIP“-Datei mit Programmen wie WinRAR oder 7-Zip öffnet, stößt meist auf einen Fehler oder eine Meldung über eine beschädigte Datei. Aber der Angreifer benötigt diesen Schritt nicht unbedingt. Er verwendet einen speziellen Loader, um den Schadcode direkt aus der Datei zu extrahieren.
Das Problem ist nicht neu. Die Schwachstelle, die „Zombie ZIP“ ausnutzt, ist bereits über 20 Jahre alt. CERT/CC hat eine offizielle Warnung herausgegeben und die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-0866 versehen. Die Lösung, die CERT vorschlägt, ist, dass Sicherheitssoftware nicht länger blind dem Dateityp vertraut, sondern den Inhalt der Dateien direkt analysiert.
Aziz hat die Methode auf GitHub veröffentlicht, was bedeutet, dass jeder mit bösen Absichten versuchen kann, sie zu reproduzieren und die Widerstandsfähigkeit verschiedener Antivirenprogramme zu testen. Die Entwicklung von immer ausgefeilteren Angriffstechniken zwingt die Sicherheitsforschung stetig zur Innovation. Die Konsequenz: Wir müssen unsere Sicherheitsvorstellungen grundlegend überdenken.
Die zunehmende Komplexität von Malware und die Ausnutzung alter Schwachstellen zeigen deutlich: Die digitale Welt ist ein Schlachtfeld, auf dem die Angreifer immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Und die Verteidigung hinkt oft hinterher.